Rabatt-Verträge mit Deutschen Krankenkassen

S&P hat bei einer Reihe von Projekten zum Thema "Market Access" bezüglich Krankenkassen (Rabattverträge und Versorgungsverträge) gearbeitet.

Wir können insgesamt unter 8 verschiedenen Rabattformen zwischen Industrie und Deutschen Krankenkassen unterscheiden:

  1. Reine Rabattverträge
  2. Cost Capping-Verträge
  3. Cost Sharing-Verträge
  4. Risk Sharing-Verträge 
  5. Qualitätsorientierte (Mehrwert)-Verträge
  6. Pay-for-Performance-Verträge
  7. Sog. Bundling-Verträge
  8. Sog. PPP-Verträge (Public-Private-Partnership)

Wir möchten zum Thema noch nachstehend gerne zitieren:

Die Kassenärzliche Bundesvereinigung schreibt auf ihrer aktuellen Wensite zum Thema "Verordnungssteuerung - Rabatte und Rabattverträge:

"Der Gesetzgeber will die gesetzlichen Krankenkassen bei den Arzneimittelausgaben entlasten. Deshalb sind pharmazeutische Unternehmen und Apotheken verpflichtet, den Krankenkassen einen Preisnachlass pro verordneter Arzneimittelpackung zu gewähren. Darüber hinaus gelten Rabattregelungen, die auf Freiwilligkeit beruhen.

Gesetzlicher Herstellerrabatt

Die Höhe des gesetzlichen Herstellerrabattes nach § 130a SGB V hängt davon ab, um welches Arzneimittel es sich handelt:

a. Nicht festbetragsgeregelte Arzneimittel

Arzneimittelhersteller müssen den Krankenkassen pro verordneter Packung eines Arzneimittels, das keiner Festbetragsgruppe angehört, einen Preisnachlass von derzeit 7% des Herstellerabgabepreises gewähren. Der Abschlag fällt sowohl für patentgeschützte als auch für patentfreie Arzneimittel an.

Ursprünglich lag der Herstellerrabatt bei 6%. Durch das GKV-Änderungsgesetz hatte der Gesetzgeber ihn jedoch für die Zeit vom 1. August 2010 bis 31. Dezember 2013 auf 16% erhöht. Mit Inkrafttreten des 14. SGB-V-Änderungsgesetzes zum 1. April 2014 beträgt der Herstellerrabatt derzeit 7% des Herstellerabgabepreises.

Um zu verhindern, dass die Hersteller vor Erhöhung des Abschlags zum 1. August 2010 ihre Preise anheben, hat der Gesetzgeber ein Preismoratorium festgelegt. Dieses war zunächst bis zum 31. Dezember 2013 befristet, gilt jedoch durch das 13. und 14. SGB-V-Änderungsgesetz nahtlos bis 2017 fort.

b. Patentfreie, wirkstoffgleiche Arzneimittel („Generikarabatt“)

Für patentfreie, wirkstoffgleiche Arzneimittel fällt außerdem ein gesetzlicher Herstellerrabatt pro verordneter Packung von derzeit 6% auf Basis des Herstellerabgabepreises an.

Dieser Rabatt entfällt, wenn es sich um ein Festbetragsarzneimittel handelt und der Herstellerabgabepreis für das Arzneimittel (ohne Mehrwertsteuer) um 30% niedriger liegt als der jeweilige Festbetrag, der diesem Preis zugrunde liegt.

c. Impfstoffe

Mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, das am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist, wurden auch Impfstoffe im Rahmen der Schutzimpfung nach § 20d Absatz 1 SGB V in die Rabattregelungen einbezogen. Für Impfstoffe erhalten Krankenkassen einen Abschlag auf den Abgabepreis des Herstellers (ohne Mehrwertsteuer). Die Höhe des Abschlags entspricht der Differenz zwischen dem Abgabepreis und einem europäischen Durchschnittspreis. Wie dieser europäische Durchschnittspreis berechnet wird, ist im SGB V geregelt."